Zeitweilige Ausstellungen
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"Lwów in der Aquarellmalerei
von Ewa Rosiek-Buszko"

Warum Lwów...?! Mein Lwów

Ewa Rosiek-Buszko

Als ich ein kleines Mädchen war, erzählte mir meine Großmutter anstelle von Märchen über diese Lieblingsstadt – Lwów. Es waren außergewöhnliche Erzählungen. Von Zeiten und Orten – für mich weit entfernt und magisch. Lwów war ein großes Geheimnis, das verlorene Paradies. Ich erinnere mich an Menschen – Bekannte meiner Großeltern – die stets an die Rückkehr dachten, obwohl es 10, 15, 20 Jahre nach dem Krieg war. Meine lieben Großeltern, Irena und Józef Kozłowscy haben ihre Stadt nie wieder besucht. Die Oma war der Meinung, dass sie vor den Augen das damalige Lwów haben will, und sie ist mit einem solchen Bild abgegangen. Ich erinnere mich an zufällig getroffene Leute, welche sich am Klang der Worte erkannten – sie wussten, wer aus dieser Gegend stammte, und für mich als Kind war dies wahre Zauberei.

Als man mich fragte woher ich stamme, antwortete ich stolz, dass aus dem folgenden Flüchtlingslager von Lwów, und mit 8-9 Jahren wusste ich in Wirklichkeit nicht was das bebeutete. Ich war stolz, weil ich in der Tiefe meines Herzens verstand, dass das ein sehr wichtiger Platz auf Erden für meine Familie ist, dass es die Wurzeln sind von welchen man nie vergessen darf.

Ich konnte zum alten Haus der Groß- oder Urgroßeltern nicht kommen, und dies war wie eine große geheimnisvolle Kraft, welche Phantasie und Sehnsucht erweckte. Erst als Teenager habe ich Lwów gesehen. Ich fuhr dort mit meinen Eltern: Mutter Barbara, welche in Lwów lebte, dort die Schulen besuchte und in dieser Stadt die schönsten Momente ihrer Jugend verlebte und Vater Mieczysław, welcher an der Technischen Hochschule in Lwów studierte, übrigens wie mein Großvater Władysław Rosiek. Ich sah Lwów mit den Augen eines Teenagers und mit den Augen meiner Eltern – gerührt, weinend, mit Andacht die Türklinken ihres ehemaligen Wohnhauses, die steinernen Löwen und Karyatiden an der Technischen Hochschule anfassend. Nachdenkend und voller schmerzlicher Erinnerungen. Diese packenden Momente des Tiefsinns blieben für immer in meinem Gedächtnis.

Ewa Rosiek-Buszko

"Sentimentale Reisen…
- die Vergangenheit ist ein Teil von uns. Wir bestehen aus Vergangenheit, Gegenwart, und aus diesen beiden Faktoren resultiert die Zukunft. Meine Söhne haben auch schon Lwów besucht, die Oma hat dort alle Enkel gebracht, sie waren auch im Barszczowicki-Hof, wo meine Mutter mit ihren Cousinen fröhliche Ferien verbrachte. Für meine Söhne wurde sie Legende Wirklichkeit, und das Leben geht weiter. Die Familie verteilte sich in Polen und in der ganzen Welt, aber niemand hat Lwów vergessen. Alle hatten in den Herzen ein Teil dieser Stadt mitgenommen. Diese welche jetzt in Kraków, Wrocław oder Gliwice wohnen, und auch diese, welche nach Toronto oder London gefahren sind. Meine Mutter trifft sich bis heute mit Freundinnen (den sog. Jadwiżanki) aus dem Hl. Jadwiga – Gymnasium. Es ist eine überzeitliche, rührende und herrliche Bindung.

Braucht man noch mehr Argumente, um einen Platz auf der Erde zu lieben? Lwów - schön, geheimnisvoll, außergewöhnlich und voller Erinnerungen wurde ein Teil meines Lebens. Die auf der Ausstellung präsentierte Aquarellmalerei zeigt seine architektonischen Perlen. Es ist ein Teil einer Sammlung von 44 Objekten, welche im ganzen im Jahre 2002 in dem Józef Piłsudski - Institut in New York gezeigt wurde.

Die Ausstellung widme ich meiner engsten Familie - den hervorragenden Großeltern und phantastischen Eltern und meinen Söhnen Paweł und Piotr, damit sie sich an ihre Wurzeln erinnern.

Ewa Rosiek-Buszko, Kraków 2003
übersetzt von Michał Musioł