Krakauer Weihnachtskrippen
In der Zeit vom 05. Dezember 2003 bis zum 11. Januar 2004 werden von der Ethnologie-Abteilung unseres Museums Weihnachtskrippen präsentiert. Aus dem Historischen Museum der Stadt Kraków werden 15 von diesen, wie manche sagen „Ajourbauwerken”, aus den Jahren 1948-1993 ausgeliehen. Sie wurden sehr kunstvoll ausgeführt, sind weltbekannt und mit vielen Preisen ausgezeichnet. Diese Objekte knüpfen an eine zeit- und raumentfernte Tradition an. Deren Ursprung bildet eine aussergewöhnliche Idee des Hl. Franziskus, welcher wollte – in der Perspektive der Weihnachtsfeier – die Vorstellungskraft der Gläubigen stimulieren. Aus diesem Grund arrangierte er im Jahre 1223 die erste „lebende“, an die Bethlehemer Krippe anknüpfende Szene. Kurz danach kam diese Erscheinung auf polnischen Boden. Seit dem XVI. Jahrhundert wurde die Dramatik der Krippenspiele wesentlich bereichert. Das Geheimnis und die Einzigartigkeit der Geburt Christi widerspiegelten sich in den Rekonstruktionsproben der Freistätte der Heiligen Familie. Die ältesten derartigen Krakauer Objekte finden wir in den dortigen Kirchen.; sie stammen aus der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts. Sie befanden sich auch in den reichen Bürgerhäusern.
In den Jahren der II Republik Polen, wo man den Sinn des Regionalismus zu schätzen anfing, begann sich die Weihnachtskrippenbau-Tradition wieder zu entwickeln. Dank der Initiative des Dr. Jerzy Dobrzycki fand auf dem Krakauer Marktplatz am 21. Dezember 1937 der erste Wettbewerb dieser berauschenden, reichen „architektonischen Körper“ statt. Nach der durch die Besetzung Polens verursachten Pause kehrte man zu den Wettbewerben zurück. Deren spezielle, Schaubarkeitsvolle Vorstellung ist jedes Jahr ein wichtiges Ereignis der Vorweihnachtszeit.
Und wie sieht eine typische Krakauer Weihnachtskrippe aus.? Es sind verschiedene Objekte: zwei- und fünfstöckig, mit drei und mehr Türmen, statisch und beweglich. Immer sind sie mit „Wohlgefallen“ und grosser Sorgfalt ausgeführt. Es diminieren schlanke Kirchtürme, darunter charakteristische Anknüpfungen an die Marienkirche (kościół Mariacki), die Sigismundkapelle (Kaplica Zygmuntowska), den Barbakane (Barbakan), die Tuchhallen (Sukiennice) oder an das Floriantor (Brama Floriańska). Ausserdem werden dort von den Künstlern Puppen von verschiedenen Gestalten angebracht – realen, symbolischen, allegorischen, auch zeitgenössischen. Wir sehen Priester Piotr Skarga, Tadeusz Kościuszko, Józef Piłsudski, aber auch Lech Wałęsa. Es treten auf: Krakauer, Gebirgler, Zigeuner, Juden, Kosaken, König Herodes, Teufel und im Zentrum Hl. Maria mit Jesuskind und Hl. Josef. Aufsehenerregend ist die schimmernde Koloristik dominiert von Rot, Grün, Silber und Gold. Alles flimmert und strahlt. Die Kommissare der Ausstellung sind Anna Szałapak aus dem Krakauer Museum und Halina Gerlich aus unserem Museum. Während der Ausstellung wird man Ansichtskarten mit Weihnachtskrippen und das Album Krakauer Weihnachtskrippen von A. Szałapak kaufen können. Halina Gerlich |
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